Zwischen Reha & Seeluft – unsere kleinen Auszeiten am Bodensee
Wenn man an eine Reha denkt, denkt man wahrscheinlich nicht sofort an Frühlingssonne, Seepromenaden und entspannte Ostertage am Bodensee.
Ich ehrlich gesagt auch nicht.
Und trotzdem waren genau diese beiden Tage die kleinen Auszeiten, die ich in dieser Zeit gebraucht habe.
Kein großer Urlaub. Keine To-do-Liste. Kein Sightseeing-Marathon. Einfach gutes Essen, Sonne im Gesicht und Zeit zu zweit.

Karfreitag – Lindau, Frühlingssonne & ganz viel Essen
Karfreitag war unser erster richtiger Tag zu zweit. Mein Mann war bereits am Donnerstag angereist, um mich während der Reha zu besuchen. Freitagvormittag hatte ich allerdings noch Anwendungen, weshalb wir erst gegen späten Vormittag Richtung Bodensee gestartet sind.
Gegen Mittag kamen wir in Lindau an und parkten auf dem großen Parkplatz am Karl-Bever-Platz (P3). Von dort liefen wir über die Chelles Allee entspannt Richtung Insel. Erst direkt am Ufer entlang, später bogen wir rechts in die Altstadt ab und landeten schließlich im Restaurant Heimat Lindau am Marktplatz.
Und was soll ich sagen?
Das Essen war wirklich richtig gut. Dazu dieses perfekte Frühlingswetter – Sonne, leichte Brise und überall Menschen, die genau wie wir einfach draußen sein wollten.
Nach dem Mittagessen schlenderten wir weiter Richtung Lindauer Hafen. Es war wirklich extrem viel los. Aber ehrlich gesagt gehören wir ja selbst zu den Ausflüglern. Deshalb finde ich, man darf sich bei sowas eigentlich nie beschweren, dass „zu viele Leute unterwegs sind“, wenn man selbst genau Teil davon ist. 😂
Nach einem kleinen Rundgang machten wir uns langsam wieder auf den Rückweg zum Auto – allerdings nicht ohne noch einen spontanen Zwischenstopp in Friedrichshafen einzulegen. Kaffee geht schließlich immer.
Von Lindau aus waren es etwa 30 Minuten mit dem Auto. Geparkt haben wir direkt im Parkhaus am See. Näher dran wäre wahrscheinlich nur noch mit dem Auto direkt auf der Promenade gewesen. 🤪
Auch hier liefen wir entspannt am Wasser entlang und landeten schließlich in einem Biergarten mit Kaffee und Kuchen.
Ein wirklich erfolgreicher Feiertag im Sinne von: einfach nur essen, entspannen und die Sonne genießen. Soll man ja schließlich auch nutzen.
Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Bad Waldsee.





Ostersonntag – Gondelfahrt, Aussicht & Sonnenbrand in Bregenz
Am Ostersonntag zog es uns direkt nochmal an den Bodensee – diesmal allerdings auf die österreichische Seite nach Bregenz.
Wir parkten morgens gegen 10 Uhr im Parkhaus der Pfänderbahn, das zu diesem Zeitpunkt noch erstaunlich leer war. Also schnell Tickets geholt und ab in die Gondel Richtung Pfänder.
Oben angekommen wurden wir direkt mit einem traumhaften Blick über den Bodensee belohnt. Natürlich half das sonnige Wetter ordentlich mit. Wir liefen verschiedene Aussichtspunkte ab und kehrten später zum Mittagessen im Gasthaus Pfänderspitz ein.
Mit der Zeit wurde es dort deutlich voller. Nicht nur das Gasthaus, sondern der gesamte Berg füllte sich zunehmend mit Besuchern. Trotzdem hatte alles irgendwie diese entspannte Osterstimmung.
Danach liefen wir noch eine Runde durch den Alpenwildpark Pfänder. Ganz ehrlich? Der hat mich persönlich jetzt nicht komplett abgeholt. Mein erster Gedanke war eher:
„Warum wohnen Murmeltiere eigentlich in Gehegen?“ Aber nun ja.
Anschließend ging es mit der Gondel wieder zurück nach Bregenz. Unten angekommen liefen wir am Parkhaus vorbei und mussten lachen: Aus dem morgens fast leeren Parkplatz war inzwischen eine kleine Warteschlange geworden. Vielleicht lohnt sich der frühe Vogel manchmal eben doch. Auch wenn ich normalerweise definitiv nicht dazugehöre. 🤪
Danach schlenderten wir noch entspannt durch Bregenz und machten Halt im Wirtshaus am See, direkt an der Promenade. Dort wollten wir eigentlich nur noch eine Kleinigkeit essen und trinken – und vor allem einfach die Sonne, die Aussicht und die gemeinsame Zeit genießen.
Das Wirtshaus war allerdings komplett voll. Menschen liefen zwischen den Tischen entlang, überall war Bewegung, Stimmengewirr und typisches Feiertagschaos. Mit etwas Glück ergatterten wir aber einen Tisch direkt am Wasser. Also drehten wir dem Trubel einfach den Rücken zu und schauten lieber auf den Bodensee. Definitiv die bessere Aussicht.
Irgendwann bemerkten wir dann auch unseren dezenten Sonnenbrand im Gesicht – dank der frischen Brise natürlich viel zu spät. Klassischer Frühlingsfehler. Danach liefen wir noch ein letztes Mal durch die Stadt, bevor es wieder zurück nach Bad Waldsee ging.



Keine großen Attraktionen – aber genau das war perfekt
Diese zwei Tage waren kein actionreicher Kurztrip voller Sehenswürdigkeiten oder Programmpunkte. Und genau das war irgendwie schön.
Wir wollten einfach ein ruhiges Osterwochenende verbringen. Gut essen, ein bisschen durch die Gegend treiben, Sonne tanken und die Zeit zu zweit genießen. Genau dafür waren diese beiden Tage perfekt.
Ja, der Bodensee ist voll. Gerade an Feiertagen. Menschen aus aller Welt reisen dorthin – und manchmal fühlt es sich fast überlaufen an. Aber eigentlich sollte man sich immer bewusst machen: Wenn man darüber meckert, dass es voll ist, trägt man selbst ja ebenfalls dazu bei. So ist das Leben eben. Und je nach Perspektive bedeutet derselbe Ort für jeden Menschen etwas anderes.
Für uns waren diese beiden Tage einfach kleine Auszeiten zwischen Klinikalltag, Frühlingssonne und dem Gefühl, zwischendurch einfach mal kurz durchzuatmen.
