Zurück im echten Leben – und irgendwie nicht ganz angekommen

Ich bin wieder da. Also… körperlich zumindest.
Der Rest von mir hängt noch irgendwo zwischen
„ich hab Zeit“ und „ich müsste eigentlich längst wieder funktionieren“.
Reha ist so eine komische Zwischenwelt. Da ist alles langsamer. Leiser. Irgendwie… klarer.
Und dann kommst du zurück – und plötzlich ist wieder alles laut.
Arbeit. Einkaufen. Termine. Das ganz normale Leben halt.
Und ich sitze abends auf dem Sofa, starre so halb in meinen Roman, halb ins Leere und denke mir:
Joa… und jetzt?
Früher war ich nach der Arbeit noch unterwegs. Hier noch was gemacht, da noch hingefahren. Immer irgendwie in Bewegung. Und jetzt?
Jetzt sitz ich da und hab das Gefühl, mein Körper hat einfach beschlossen:
„Heute nicht.“
Und mein Kopf? Der dreht komplett frei. Du könntest noch Sport machen. Du solltest mal wieder jemanden anrufen. Die Küche sieht auch… naja.
Und irgendwo dazwischen sitz ich mit meinem Tee von heute früh und denk mir einfach nur:
Ich hab grad keine Lust.
Und dann kommt dieses schlechte Gewissen.
Weil man ja „eigentlich“ müsste. Weil man denkt, andere kriegen das ja auch alles hin. Weil Social Media einem jeden Tag zeigt, wie produktiv, organisiert und perfekt Leben aussehen kann.

Aber ganz ehrlich? Ein schönes Kaffee-Bild mit weichem Hintergrund heißt noch lange nicht, dass dahinter jemand sitzt, der sein Leben im Griff hat. Das hab ich in der Reha nochmal ganz anders verstanden. Du siehst Menschen. Du hörst ihre Geschichten. Und plötzlich wird dir klar:
Unter jedem Dach ein Ach. Wirklich bei jedem. Jeder trägt irgendwas mit sich rum. Manche zeigen’s. Die meisten nicht.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, der mich gerade so beschäftigt: Dass es keine Vorlage gibt, wie man sein Leben leben muss. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Vielleicht ist dieses „Ich sitz einfach nur auf dem Sofa und komm nicht hoch“ kein Rückschritt. Sondern einfach ein Moment,
in dem mein Körper sagt: „Reicht jetzt erstmal.“
Ich glaub, ich muss gerade nicht mehr machen. Nicht mehr leisten. Nicht mehr funktionieren. Vielleicht reicht es gerade einfach, wieder anzukommen. Auch wenn ich noch nicht genau weiß, wo „angekommen“ überhaupt ist.

Und ja…
das Outfit heute war übrigens ganz cute.
Hat aber auch nichts daran geändert,
dass ich den Großteil des Abends
einfach auf der Couch verbracht hab.
😄
